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Fotografische Werke können als Lichtbildwerke gem. 2 UrhG urheberrechtlich geschützt sein. Im Unterschied zu anderen Werkarten entsteht das Lichtbild nicht durch unmittelbares menschliches Schaffen, sondern durch den Einsatz von Lichtstrahlen und bildet in der Regel einen Aspekt der Wirklichkeit ab. Die Aufnahme kann daher nur insoweit geschützt sein, als sie- wie die anderen Werkarten auch- eine persönliche geistige Schöpfung aufweist. Die bloße Abbildung der Wirklichkeit reicht daher nicht aus, um die Schutzfähigkeit zu bejahen. Vielmehr muss die individuelle Gestaltung mit künstlerischer Aussage zu erkennen sein. Diese kann auf unterschiedliche Art zum Ausdruck kommen: in erster Linie durch die Wahl des Bildausschnitts und der Bildkomposition, außerdem im Ausnutzen der durch Schattenwurf entstehenden Effekte, sowie die Herausstellung und Betonung von Kontrasten. Eine Fotografie, die diese Voraussetzungen erfüllt, ist als Lichtbildwerk geschützt und genießt Urheberrechtsschutz bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Von den Lichtbildwerken zu unterscheiden sind die einfachen Lichtbilder, die die Hürde des geistigen Gehaltes nicht überwinden und der künstlerischen Aussage entbehren. Für Lichtbilder wird dennoch ein entsprechender Schutz gewährt (sog. Leistungsschutzrecht) mit dem Unterscheid, dass die Schutzdauer nur 50 Jahre ab Erscheinen des Lichtbildes beträgt.
Das UrhG sieht keinen Motivschutz oder Ideenschutz vor, die Ablichtung des gleichen Motivs oder Zugrundelegung der gleichen Idee bei der Bildkomposition ist daher in der Regel nicht zu beanstanden, wenn das Original nur als Anregung gedient hat (freie Bearbeitung) und dadurch keine unzulässige „Vervielfältigung“ des Originalwerkes entsteht. Wenn aber das Original in nahezu jedem Detail nachgemacht wird und schöpferische Elemente übernommen werden, wird man nicht mehr von einer zulässigen freien Bearbeitung sprechen können.

© 2011 RAin Kristina Sommer

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